“DFB-Reglement für Spielervermittlung” für teilweise unanwendbar erklärt

 


Am 1. April 2015 ist das Reglement für Spielervermittlung des DFB in Kraft getreten. Dagegen klagte eine Spielervermittlungsgesellschaft und erwirkte am 29. April 2015 im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes vor dem Landgericht Frankfurt a.M. eine Anordnung, nach der dem DFB die Anwendung einzelner Reglungen untersagt wurde. Leider wurde die Entscheidung der Vorinstanz in der Berufung weitgehend bestätigt (Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Aktenzeichen 11 U 70/15).

Großteils für unanwendbar erklärt worden sind demnach folgende Bestimmungen des DFB-Reglements für Spielervermittlung:

  • Vereine, die Dienste eines Vermittlers in Anspruch nehmen, müssen diesen beim DFB registrieren
  • Die gleiche Verpflichtung trifft Fußballspieler, die die Dienste eines Vermittlers in Anspruch nehmen
  • Vereine und Fußballspieler müssen darauf hinwirken, dass von Vermittlern, deren Dienste sie in Anspruch nehmen, ein erweitertes Führungszeugnis vorgelegt wird und/oder eine Gebühr von 500,- € für die Registrierung gezahlt wird
  • Vereine sind verpflichtet, einem Vermittler, dessen Dienste sie in Anspruch nehmen, als Vergütung einen vor Abschluss der Transaktion zu vereinbarenden Pauschalbetrag zu zahlen

Meiner Einschätzung nach ist das Urteil des OLG Frankfurt a.M. ein herber Rückschlag gegen den Versuch, den undurchsichtigen und teilweise unseriösen Markt der Spielerberatung wenigstens innerhalb eines gewissen Rahmens zu regulieren.
Immerhin wurden durch das Oberlandesgericht folgende Bestimmungen des DFB-Reglements für Spielervermittlung als anwendbar bestätigt:

  • Vereine und Fußballspieler sind verpflichtet, dem DFB die vollständigen Einzelheiten aller vereinbarten Vergütungen und Zahlungen offenzulegen, die an einen Vermittler geleistet wurden
  • Vereine sind verpflichtet, sicherzustellen, dass Zahlungen zwischen Vereinen im Zusammenhang mit einem Transfer nicht an einen Vermittler gehen oder von diesem geleistet werden
  • Vereinen und Fußballspielern wird verboten, für die Dienste eines Vermittlers bei Aushandlung eines Berufsspielervertrags und/oder einer Transfervereinbarung eine Zahlung zu leisten, wenn der betreffende Fußballspieler minderjährig ist

Insoweit ist das Urteil zumindest ein Teilerfolg gegen die zunehmende Praxis, minderjährige Sportler als reines Spekulationsobjekt zu betrachten.
 
Ihr

Rechtsanwalt Sebastian Limmer

 
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