Die Rechte des Fluggastes

 


Zu Beginn der Ferien bricht in Deutschland stets ein hektisches Treiben aus und meist dauert es nicht lange bis die ersten Staumeldungen die Medien füllen. Hierbei stellt ein Flug in das gewünschte Urlaubsland oft eine angenehmere Lösung dar. Doch was sind Ihre Rechte, wenn sich der so entspannt geglaubte Urlaubsflug durch Verspätungen oder Annullierungen in ein stunden- oder sogar tagelanges Warten verwandelt?
Die Rechte von Passagieren, die durch Ausfall, Verspätung oder Nichtbeförderung betroffen sind, werden seit 2005 unter anderem in der EU-Fluggastrechteverordnung der sogenannten EG-VO Nr.261/14 geregelt.
So besitzen Passagiere beispielsweise ein Recht auf Betreuungsleistungen, wie zum Beispiel der Wartezeit angemessene Mahlzeiten bzw. Unterkunft in einem Hotel mit zugehörigem Transfer, sowie Unterstützungsleistungen und Ausgleichszahlungen. Hierbei haben Sie bereits ab einer Flugstrecke von 1.500km und einer Verspätung von mindestens zwei Stunden Anspruch auf Entschädigung.
Dieses Abkommen gilt sowohl für Flüge in der EU, als auch für von europäischen Airlines ausgeführte Flugreisen außerhalb der EU. Hierbei spielt es keine Rolle, ob Sie Gast einer Billigfluglinie oder einer renommierten Fluggesellschaft sind. Ihr Ausgleichsanspruch richtet sich nämlich nicht nach dem Ticketpreis, sondern nach der Flugstrecke. Falls Sie mit einer nicht europäischen Airline einen Flug in ein Land außerhalb der EU antreten, ist dies jedoch kein Grund zur Besorgnis: die Rechte von internationalen Passagieren werden unter anderem im Übereinkommen von Montreal (kurz: Abk.MÜ) festgelegt, sind jedoch nicht mit der EU-Fluggastrechteverordnung zu vergleichen. Bei Fragen und Unsicherheiten sollten Sie sich jedoch zu Ihrem eigenen Schutz an einen Rechtsanwalt wenden.
 
Grundsätzlich haben Sie bei folgenden Gründen einen Anspruch auf Ausgleichszahlungen:
 

  • Bei Flugverspätung, die sich je nach Flugstrecke und Wartezeit bzw. Verspätung der Ankunft errechnen lassen.
  • Bei Nichtbeförderung. Hierbei findet der Flug ohne vertretbaren Grund ohne Sie plangemäß statt. Vertretbare Gründe für eine Nichtbeförderung wären beispielsweise Alkoholisierung oder Krankheit.
  • Bei Ausfall des Fluges.

 
Wie bereits erwähnt hängt die Höhe Ihrer Ausgleichszahlung von der Flugstrecke ab. Die folgende Gliederung kann als allgemeiner Anhaltspunkt pro Passagier verwendet werden:
 

  • Bis zu einer Flugstrecke von 1.500 km und einer Verspätung von mehr als 2 Stunden stehen Ihnen 250 € zu.
  • Bei mehr als 1.500 km bis zu 3.500 km und einer Verspätung von mehr als 3 Stunden stehen Ihnen 400 € zu.
  • Bei Flügen, die nicht die Punkte 1. Und 2. Erfüllen, und einer Verspätung von mehr als 4 Stunden bis zu 600 €.

 
Sollten Sie bereits versucht haben Ihre Ansprüche geltend zu machen und sind von der Fluggesellschaft aufgrund von außergewöhnlichen Umständen zurückgewiesen worden, sollte Ihnen auch hierbei bewusst sein, dass dies Ausnahmefälle sind. Grundsätzlich kann eine Airline nur aus unvermeidbaren Ereignissen wie beispielsweise zu großer politischer Instabilität, Luftraumsprengungen, Naturkatastrophen oder ähnlichem eine Ausgleichszahlung zu Recht verweigern. Häufig genannte Gründe wie technische Defekte, sollten mit Misstrauen betrachtet werden, da sie meist als Ausrede genutzt werden. Probleme mit der Technik fallen nur dann in die Kategorie der außergewöhnlichen Umstände, wenn es sich um versteckte Fabrikationsfehler, Sabotageakten etc. handelt.
 
Bei Unsicherheiten hinsichtlich Ihrer eigenen Rechtslage, ist fachliche Hilfe durch einen Rechtsanwalt zu empfehlen.
 

Ihr

Rechtsanwalt Sebastian Limmer

 
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